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Der Trend zu Steuersenkungen geht auch in der Schweiz zu Ende | Adiuvat

Der Trend zu Steuersenkungen geht auch in der Schweiz zu Ende

Nicht nur in den OECD- und EU-Staaten, sondern auch in den Schweizer Kantonen sind die Zeiten von sinkenden Spitzensteuersätzen für Unternehmen und Privatpersonen vorbei. Dies zeigt der aktuelle «Swiss Tax Report 2013» von KPMG, der die Gewinn- und Einkommenssteuersätze in 130 Ländern und allen 26 Schweizer Kantonen vergleicht.

Gemäss dem Bericht «Swiss Tax Report 2013» von KPMG wurde der Abwärtstrend bei den maximalen Gewinnsteuersätzen für Unternehmen deutlich abgebremst. Im Bereich der Spitzensteuersätze für natürliche Personen lässt sich sogar erstmals ein leichter Anstieg des Schweizer Durchschnitts feststellen. Damit hält die Schweiz mit den aktuellen globalen Entwicklungen mit: In der Schweiz wurden die Unternehmenssteuern im Vergleich zum Vorjahr nochmals minim gesenkt, in den EU- und OECD-Staaten sowie im globalen Durchschnitt zeichnen sich aber bereits erste Tariferhöhungen ab. Im Bereich der Steuersätze für Spitzeneinkommen von natürlichen Personen liegt die Trendwende bereits hinter uns: Der Durchschnittswert der Schweizer Kantone steigt erstmals seit 2008 wieder an, dasselbe gilt für die OECD-Staaten, die EU-Nationen und den globalen Durchschnitt.

 

Unternehmensbesteuerung: Die Zentralschweizer Kantone führen die Rangliste nach wie vor an.

Im nationalen Vergleich der Gewinnsteuersätze in den Kantonshauptorten liegt der Kanton Luzern mit einem maximalen effektiven Vorsteuersatz von 12.20% an der Spitze, dicht gefolgt von Obwalden, Nidwalden und Appenzell-Ausserrhoden mit 12.66%. Der Druck auf der Einnahmeseite wurde nicht nur beim Spitzenreiter Luzern ersichtlich: Während dort der leicht höhere Steuersatz auf einer Erhöhung des städtischen Steuerfusses beruht, haben auch Schwyz und St. Gallen ihre Gewinnsteuersätze auf kantonaler Ebene erhöht. Zug hingegen konnte den ordentlichen Gewinnsteuersatz im Vergleich zum Vorjahr nochmals senken. Die Westschweiz, das Mittelland und die Stadtkantone liegen punkto Gewinnsteuersätze deutlich hinter der Zentral- und Ostschweiz. In den Kantonshauptorten Genf und Lausanne werden wie im Vorjahr die höchsten Steuern für Unternehmen erhoben. Während alle anderen Kantone seit 2006 zumindest leichte Anpassungen nach unten vorgenommen haben, zeigt der Bericht auf, dass einzig die Kantone Genf und Waadt bei ihren traditionell hohen Steuersätzen blieben. Insbesondere in den Kantonen mit vergleichsweise hoher ordentlicher Gewinnsteuerbelastung ist man auf der Suche nach Alternativlösungen zur privilegierten Besteuerung von speziellen Gesellschaftsformen (Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften).

Auch punkto Gewinnsteuersätze sind die Kantone international gefordert. Mit dem ordentlichen Gewinnsteuersatz etwa von Irland von 12.50% kann lediglich der Kanton Luzern mithalten. Auch die starken Finanzplätze Hongkong und Singapur liegen mit 16.50% und 17.00% unter dem schweizerischen Durchschnitt.

 

Individualbesteuerung: Erstmals leichter Anstieg bei den Steuersätzen für Spitzeneinkommen

Obwohl weiterhin grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen existieren, stieg der Durchschnitt der kantonalen Steuersätze für hohe Einkommen erstmals seit 2006 wieder leicht an. Auch bei der Individualbesteuerung liegen die Kantone der Zentralschweiz auf den vorderen Plätzen: Beim Vergleich der Besteuerung in den Kantonshauptorten liegt der Kanton Zug mit 22.86% an erster Stelle, gefolgt von den Kantonen Schwyz (23.73%), Obwalden (24.12%), Nidwalden (25.28%) und Uri (25.63%). Ein Blick auf die einzelnen Gemeinden enthüllt die grossen Unterschiede bei der Besteuerung von Spitzeneinkommen in der Schweiz: Die Gemeinde Wollerau im Kanton Schwyz erhebt mit 25.74% (kombinierter Steuersatz Bund/Kanton/Gemeinde) die tiefste Einkommenssteuer der Schweiz, demgegenüber steht Sonvilier im Kanton Bern mit dem höchsten Einkommenssteuersatz der Schweiz von 46.05%.

Im europäischen Vergleich liegen die Schweizer Kantone punkto Einkommenssteuersätze lediglich hinter den osteuropäischen Staaten wie beispielsweise Bulgarien (10%), Litauen (15%), Ungarn (16%) oder den Kanalinseln Guernsey und Isle of Man (20%) zurück. Ein Blick über den Kontinent hinaus enthüllt nichts Überraschendes: Die bekannten karibischen Offshore-Domizile und arabische Staaten liegen aufgrund ihrer Nullbesteuerung an der Spitze, dahinter folgen asiatische Nationen wie Hongkong, Singapur oder Malaysia.

 

Quelle: KPMG